Windows 10 reparieren – so das System retten

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Windows 10 ist das wohl beliebteste Betriebssystem für PCs, aber hin und wieder kann es schnell zum Feind werden. Bluescreens oder Abstürze sind keine Seltenheit, wenn etwas nicht zu 100 Prozent stimmt. Wie ihr eine Neuinstallation umgehen könnt und euer Windows 10 reparieren könnt, erfahrt ihr in den unteren Kapiteln.

Microsoft war glücklicherweise vorausdenkend und hat dem Nutzer bei einem fehlerhaften System eine Reihe an Möglichkeiten bereitgestellt, um auf Fehlersuche zu gehen und diese natürlich auch zu beheben. Eine Neuinstallation von Windows 10 ist zwar der nervigere, aber wohl effektivste Weg. In diesem Artikel geht es aber viel mehr um das Vermeiden dieser drastischen Problemlösung.

Was verursacht Probleme bei Windows?

Wie oben erwähnt muss es nichts Großes sein, um Windows kurz- oder längerfristig in die Knie zu zwingen. Windows 10 ist darauf ausgelegt, auch auf Rechnern zu laufen, die nach heutigem Stand gefühlt aus der Steinzeit stammen. Das heißt, dass Windows 10 sowohl mit einer Nvidia Geforce GT 640, als auch mit einer RTX 3090 klarkommen muss. Hierbei muss für jede Hardware auch der passende Treiber laufen, damit Windows mit allen Komponenten klarkommt.

Nicht ohne Grund kann es für Windows somit zum Problem werden, wenn mal ein Bestandteil des Rechners ohne richtige Treiber läuft oder nicht auf dem neusten Stand ist. Wo das Problem nun liegt und wie ihr gewisse Problemquellen ausschließen könnt, seht ihr in den folgenden Abschnitten.

Windows-Updates kontrollieren und ausführen

Es ist wohl der Klassiker unter den Problemquellen. Er sorgt gerne für Bluescreens oder ein ruckeliges Betriebssystem. Das oder die ausstehenden Windows Updates sind oft eine der einfachsten Lösungen zu groß scheinenden Systemproblemen. Um die neusten Windows Updates zu installieren, musst du nur auf die ⊞ Windows Taste klicken und „Nach Updates suchen“ eingeben. Andernfalls kannst du auch in die „Einstellungen“ und dort auf „Update und Sicherheit“ klicken und du landest im Windows Update-Bereich.

Dort angekommen wird dir direkt angezeigt, ob Updates vorhanden sind, oder alles Up to date ist. Stehen Updates aus, solltest du diese am besten installieren und den PC danach neu starten.

Treten nach wie vor Probleme auf, war es anscheinend nicht das Problem, welches dein Betriebssystem destabilisiert hat. Weitere Lösungsansätze existieren natürlich immer noch und es ist nicht alle Hoffnung verloren.

Windows-Assistent für Problembehandlung benutzen

Microsoft hat seit vielen Windows-Versionen Tools und Assistenten in das Betriebssystem eingebaut, um den Nutzern bei Problemen zur Seite zu stehen. Zu finden ist das wichtigste Tool „Problembehandlung“ in den Systemeinstellungen, oder durch das eintippen von „Problembehandlung“ in deine Windows-Suchleiste.

Windows Assistent

Falls du keinerlei Diagnosedaten an Microsoft übermittelst, musst du weiter unten auf „Zusätzliche Problembehandlungen“ klicken. Dort seht ihr eine Übersicht der verschiedenen Bereiche, bei denen ihr eine Problembehandlung durchführen könnt. Hast du auf den Button geklickt, sollte sich der dazugehörige Assistent öffnen und eine Diagnose erstellen. Sind Probleme erkennbar, kannst du auch direkt eine Reparatur des Problems durchführen lassen.

Windows Assistent Problembehandlung ausführen

Möglicherweise ist das bereits die Problemlösung und Windows sollte wieder so funktionieren, wie es normalerweise der Fall ist. Hat der Windows Assistent noch nicht die Lösung gebracht, gibt es noch immer weitere Möglichkeiten das Windows 10 zu reparieren.

Fehlerhafte Windows-Systemdateien reparieren

Windows hat bereits seit geraumer Zeit eine Unmenge an Systemdateien auf deinem Rechner installiert, damit das Betriebssystem selbstverständlich funktionieren kann. Diese Ordner sind teilweise auch einsehbar und sollten auf keinen Fall manipuliert werden. Es kann dennoch vorkommen, dass sich diese Systemdateien destabilisieren, beschädigen oder gar komplett gelöscht werden. Der Grund dafür kann aus einer Vielzahl an Quellen stammen. Ist jedoch eine Systemdatei nicht in einwandfreiem Zustand, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich das System destabilisiert.

System-File-Checker (sfc)

Auch hierfür hat Windows natürlich in seinem „Befehlsbereich“ die Möglichkeit, den potenziellen Problemen auf die Spur zu kommen. Um die Systemdateien auf ihren Zustand zu überprüfen, ist folgende Vorgehensweise notwendig.

  1. Drück auf deiner Tastatur auf die Windows-Taste oder im Betriebssystem auf die Suchleiste. Dort einfach nur „cmd“ oder „Befehl“ eingeben. Sobald die „Eingabeaufforderung“ einen rechten Mausklick darauf machen und „Als Administrator ausführen„.
    Eingabeaufforderung als Admin ausführen

2. Sobald sich das schwarze Fenster geöffnet hat, gib den Befehl: sfc \scannow ein und drück auf „Enter-Taste“.

3. Windows überprüft jetzt das System auf mögliche Fehler. Dieser Vorgang kann je nach Datenträgergeschwindigkeit etwas länger dauern. Stellt Windows hierbei Fehler fest, versucht Windows diese direkt zu beheben. Ist der gesamte Prozess abgeschlossen, ist ein System-Neustart notwendig.

Also PC herunterfahren, hochfahren und testen, ob die Probleme nach wie vor vorhanden sind. Gegebenenfalls mit dem gleichen Vorgehen, wie von Schritt 1-3.

Deployment Image Servicing and Management (DISM)

Hat die oben erklärte sfc-Methode nicht zum gewünschten Erfolg, lohnt sich noch ein Ausführen von „DISM“. Dieser Prozess soll ebenfalls den Systemdatenträger auf Fehler abtasten und diese gegebenenfalls reparieren. Hier die ähnliche Vorgehensweise:

  1. Öffne die „Eingabeaufforderung„, wie bei der sfc-Methode in Schritt 1 beschrieben, mit den Adminberechtigungen.
  2. Hat sich das schwarze Fenster geöffnet, gibst du folgenden Befehl ein: dism /Online /Cleanup-Image /ScanHealth 
  3. Dieser Vorgang dauert einige Zeit, ist er abgeschlossen, ist es an der Zeit den Datenträger auf seine Gesundheit zu überprüfen, mit folgendem Befehl: Dism /Online /Cleanup-Image /CheckHealth
  4. Sollten tatsächlich Fehler aufgetreten sein, musst du folgenden Befehl daraufhin eingeben: dism /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth 
  5. Durch den oben genannten Befehl beginnt Windows 10 mit der Reparatur. Hier werden die beschädigten Dateien durch originale und gesunde Dateien ersetzt. Auch dieser Vorgang dauert seine Zeit und es lohnt sich eine Beschäftigung abseits des PCs zu suchen.
  6. Ist der Vorgang abgeschlossen, startest du deinen PC neu und überprüfst dein System nach Fehlern, um herauszufinden, ob der Prozess erfolgreich war.

Windows 10 durch Upgrade-Installation reparieren

Sollten alle vorherigen Schritte bisher keinen Erfolg gebracht haben, ist noch immer eine „Upgrade-Installation“ innerhalb von Windows 10 möglich. Hierfür benötigst du eine funktionierende Windows 10 ISO-Datei. Diese findest du auf der Microsoft Homepage. Ihr müsst hier wie im unteren Bild zu sehen das „Media Creation Tool“ von Microsoft herunterladen. Oder direkt über diesen Link von Microsoft.

Windows 10 Media Creation Tool Download

Sobald du die heruntergeladene Datei ausführst, musst du nur noch die Lizenzbedingungen akzeptieren und danach am besten, wie im unteren Bild zu sehen, die Windows Installation entweder auf einem externen Datenträger oder direkt auf deinen PC herunterladen.

Windows Upgrade Installation auf deinem PC ausführen

Danach wird Windows heruntergeladen und du kannst dir, wie schon gewohnt je nach Bandbreite des Internets eine attraktive Nebenbeschäftigung suchen. Sobald die ISO-Datei auf deinem PC ist, musst du die „setup.exe“ ausführen. Klick dich durch den Assistenten und je nach Bedarf ist es besonders wichtig auf „Persönliche Dateien und Apps behalten“ zu klicken. Sollen jedoch die Apps gelöscht werden, aber persönliche Dateien behalten werden, klickst du am besten auf „Nur persönliche Dateien beibehalten„. Sobald du dich für eine Installationsmethode entschieden hast, kannst du mit der Reparatur von Windows beginnen.

Es ist jedoch angemerkt, dass trotz Speichern der alten Daten eine Rücksetzung von Verknüpfungen und Systemeinstellungen vorkommen kann. Apps und Dateien bleiben erhalten müssen, aber unter Umständen aus dem jeweiligen Ordner neu verknüpft werden.

Windows 10 wiederherstellen bzw. zurücksetzen

Sollte auch die Upgrade-Installation nichts bewirkt haben, bleibt kein Entweichen vor dem Zurücksetzen von Windows 10. Auch bei diesem Schritt gibt es die Möglichkeit, persönliche Dateien nicht verlieren zu müssen. Allerdings können Verknüpfungen von manchen Spielen verschwinden und müssen wieder neu hergestellt werden. Andernfalls kannst du wirklich alles löschen lassen und auf einem blanken System starten.

Zugreifen auf diese Funktion kannst du, in dem du die Windows Taste drückst oder Suchleiste öffnest und „Zurücksetzen“ eingibst. Und auf „Diesen PC zurücksetzen“ klickst. Hast du das getan, landest du im folgenden Bereich der PC Einstellungen.

Windows 10 Zurücksetzen

Sobald du auf „Los geht’s“ geklickt hast, folgst du einfach den Anweisungen und setzt dein Betriebssystem wieder zurück. Ist der Vorgang beendet und hast du wieder Zugriff auf ein problemfreies Windows 10-Betriebssystem.

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